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02.06.2011

Starke Mädchen

Etwa 130 Grundschülerinnen aus Nordrhein-Westfalen haben am 1. Juni in Essen am Mädchenfußballturnier der GEW NRW teilgenommen und die Forderung der Globalen Bildungskampagne nach Bildung für Mädchen und Frauen weltweit unterstützt.

„Dürfen wir schon auf den Rasen?“ Die Mädchen sind total aufgeregt. Es ist kurz nach neun Uhr. Beginn ist um zehn, doch die ersten Mannschaften sind schon am Platz. Aus ganz Nordrhein-Westfalen sind Schülerinnen der Grundschulklassen drei und vier nach Essen gereist, um am Mädchenfußballturnier der GEW teilzunehmen. Das Turnier steht unter der Schirrmherrschaft von Ute Schäfer, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport. Unter dem Motto „Starke Mädchen gesucht“ hat die GEW in NRW zu dem Fußballturnier eingeladen und die Grundschulen im größten Bundesland angeschrieben, sich mit Schülerinnenmannschaften zu bewerben. „Die vielen Rückmeldungen haben uns sehr gefreut“, erzählt die GEW Landesvorsitzende Doro Schäfer. „Wir haben über sechzig Bewerbungen erhalten und konnten Schulen aus allen Regionen in Nordrhein-Westfalen berücksichtigen.“ Mit dem Fußballturnier soll die Forderung der Globalen Bildungskampagne für das Recht auf Bildung für Mädchen und Frauen weltweit unterstützt werden. Die Globale Bildungskampagne ist ein Bündnis von Gewerkschaften und Entwicklungsorganisationen für die Verwirklichung des Menschenrechts auf Bildung. „Wir führen jährlich Aktionswochen durch, um auf unsere Forderungen aufmerksam zu machen“, berichtet Barbara Geier von der GEW Hamburg, die in der Globalen Bildungskampagne aktiv ist und deshalb zum Fußballturnier nach Essen gekommen ist. „Weltweit können 67 Millionen Kinder nicht zur Schule gehe. Die Mehrheit davon sind Mädchen. Das wollen wir ändern.“

Links: Zwölf Mädchenmannschaften nahmen am Turnier in Essen teil
Mitte: Die GEW-Landesvorsitzende Doro Schäfer mit jungen Fußballerinnen
Rechts: Die Globale Bildungskampagne fordert Bildung für Mädchen und Frauen

Die Globale Bildungskampagne will daher die Frauenfußball-Weltmeisterschaft vom 26. Juni bis 7. Juli in Deutschland nutzen, um die Forderung nach Bildung für Frauen und Mädchen in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken. „Für Mädchen muss mehr getan werden – bei der Bildung und im Fußball“, fordert auch Sigi Eith, der Vorsitzende der GEW-Sportkommission. Im letzten Jahr hatte die GEW-Sportkommission die Kampagne „1GOAL – Bildung für alle“ zur Fußball-WM in Südafrika unterstützt, die zur Frauenfußball-WM 2011 fortgesetzt wird. „Das Mädchenturnier der GEW ist eine tolle Initiative“, so Eith. „Ich bin begeistert über die Freude und das Engagement hier auf dem Fußballplatz. Die Mädchen lernen Fairness und Teamgeist und gewinnen Selbstvertrauen.“ Zwölf Mannschaften mit jeweils elf Spielerinnen sind angereist, da in Siebener-Mannschaften mit vier Auswechselspielerinnen gekickt wird. Auch ein paar Jungen sind zur Unterstützung der Mädchen mitgekommen. Gespielt wird jeweils 15 Minuten. In den Pausen gibt es Essen und Getränke und weitere Spielmöglichkeiten für die Mädchen. Am Nachmittag um drei Uhr findet schließlich die Preisverleihung statt. Jede Mannschaft erhält einen Pokal und alle Spielerinnen eine Urkunde. Der ersten Preis geht an das Team der Gemeinschaftsgrundschule Westerwaldstraße aus Köln: Elf Eintrittskarten für die Spielerinnen und zwei weitere für Lehrkräften zum Halbfinalspiel der Frauenfußball WM. Möglich wurde das Turnier durch Unterstützung der Universität Duisburg-Essen und das Team der Sport- und Bewegungswissenschaften in der Fakultät Bildungswissenschaften unter Leitung von Prof. Dr. Werner Schmidt, auf deren Sportanlagen der Wettkampf stattfand.

Links: Ausruhen in der Spielpause
Mitte: 1GOAL - Bildung für alle
Rechts: Die Mädchen lernen Fairniss und Teamgeist

Text und Fotos: Manfred Brinkmann

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