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Iran: Hinrichtung verhindernDer 44jährige Abdolreza Ghanbari ist Lehrer für persische Literatur und wurde 2009 von iranischen Sicherheitskräften an seinem Arbeitsplatz in Pakdasht im Norden des Iran verhaftet. Ihm wird „Moharebeh“ (Feindschaft gegen Gott) vorgeworfen, weil er E-Mails einer bewaffneten oppositionellen Gruppe erhalten haben soll, dessen Mitgliedschaft er bestreitet. Das iranische Strafgesetzbuch definiert “Moharebeh” als bewaffnete Aktion gegen die Regierung. Während seiner Inhaftierung im berüchtigten Evin Gefängnis in Teheran wurde Ghanbari 25 Tage ununterbrochen verhört und musste unter Zwang unbewiesene Anschuldigungen gestehen. Ohne einen Rechtsbeistand wurde er am 30. Januar 2010 zum Tode verurteilt. Schon 2007 war Abdolreza Ghanbari für 120 Tage inhaftiert worden. Anschließend wurde er sechs Monate vom Lehrbetrieb suspendiert und schließlich nach Pakdasht ins Exil verbannt. Bis zu deren Auflösung im Jahr 2007 war er in der Lehrergewerkschaft ITTA aktiv. Im Iran werden gewerkschaftliche Rechte mit Füßen getreten. Aktive Gewerkschafter werden verfolgt, verhaftet und nicht selten zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Im schlimmsten Fall droht ihnen die Todesstrafe, wie etwa dem Lehrer Farzad Kamangar, der ebenfalls wegen ‚Feindschaft gegen Gott‘ zum Tode verurteilt und trotz internationaler Proteste im Mai 2010 hingerichtet wurde. Dieses Schicksal droht nun auch Abdolreza Ghanbari. Am 28. Februar 2012 hat die Justizkommission in Teheran seine Todesstrafe bestätigt und ein Begnadigungsgesuch abgelehnt. Nun ist jederzeit mit seiner Hinrichtung zu rechnen.
Was Sie tun können:
Machen Sie mit beim internationalen Online-Protest von Bildungsinternationale und Labourstart.
Schicken sie eine E-Mail oder ein Fax an den iranischen Botschafter Ali Reza Sheikh Attar in Berlin und fordern Sie ihn auf, dass der Iran
• die Hinrichtung von Prof. Abdolreza Ghanbari aussetzt und das Todesurteil aufhebt
• die Verfolgung von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern einstellt und die Inhaftierten aus den Gefängnissen entlässt
• die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und das Recht auf Versammlungs-, Meinungs- und Redefreiheit respektiert
• den ‘Coordinating Council of Iranian Teachers’ Trade Associations’ (CCITTA) als Gewerkschaft registriert und anerkennt
Schreiben Sie an Botschafter Ali Reza Sheikh Attar, Iranische Botschaft, Podbielskiallee 67, 14195 Berlin (
, Fax: 030 84353535) mit Kopie an die Bildungsinternationale in Brüssel (
, Fax: 0032 22240606).