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24.04.2008

Globale Bildungskampagne: Mega-Unterrichtsstunde

„Die „Globale Bildungskampagne“ - ein Bündnis von Entwicklungsorganisationen und Bildungsgewerkschaften aus 150 Ländern - hat am 23. April ein weltweit rekordverdächtiges Zeichen gegen mangelnde Bildung gesetzt. Rund um den Globus drückten Kinder in der größten Unterrichtsstunde der Welt die Schulbank: von Bangladesch bis Kenia, von Kambodscha bis in die USA.

Mit dieser Aktion sollten die Regierungen in Nord und Süd, West und Ost gemahnt werden, ihr Versprechen einzuhalten, bis 2015 „Bildung für alle“ zu ermöglichen. In Deutschland beteiligten sich außer der GEW unter anderem Oxfam, die Kindernothilfe und die Deutsche Welthungerhilfe an der Bildungskampagne.

In Berlin nahmen neun Bundestagsabgeordnete aus allen Parteien neben der zehnten Klasse der Hamburger Geschwister-Scholl-Gesamtschule in einem eigens aufgebauten Schulzelt vor dem Reichstag Platz. Die Lehrerinnen Barbara Geier und Jessica Prehm machten das Thema des Tages zum Unterrichtsstoff: Was braucht man für gute Bildung? „Kleine Klassen, gute Atmosphäre, gut ausgebildete Lehrer“, wünschte sich die 10c zuallererst. Die Grünen-Abgeordnete Anja Lührmann forderte außer kostenloser Bildung auch kostenloses Essen ein. Und weltweit? Nadim aus Marokko fordert die Abschaffung der Kinderarbeit, Dibu aus Indien kostenlose Bücher und Hefte, Katrin aus Deutschland, dass auch Kinder in Flüchtlingslagern Unterricht bekommen.

Die Millenniumsziele sprechen eine deutliche Sprache: In siebeneinhalb Jahren, nämlich 2015, soll jedes Kind auf der Welt eine Grundbildung erhalten. So haben es die Vereinten Nationen vereinbart, um die größten Hemmnisse für menschliche Entwicklung abzubauen, die ein selbst bestimmtes Leben verhindern: Analphabetismus und Bildungsarmut. Wie weit man global von diesem großen Ziel, dass vor acht Jahren in Dakar von Regierungsvertretern aus 164 Ländern formuliert worden ist, noch entfernt ist, verdeutlicht eine einzige Zahl: Mindestens 72 Millionen Kinder weltweit, vorwiegend Mädchen, gehen nicht zur Schule. GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne bekräftigte anlässlich der Mega-Unterrichtsstunde: Bildungsarmut treffe vor allem die Schwächeren in der Gesellschaft. „Nicht einmal zehn Prozent aller Kinder mit Behinderung weltweit gehen zur Schule“.

Jeannette Goddar, freie Journalistin

Forderungen im Rahmen der "Größten Unterrichtsstunde der Welt" in Berlin (Foto: Kerstin Zillmer)

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