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Fachkultur und Interdisziplinarität in Zeiten der Studienstrukturreformen
Fachkultur und Interdisziplinarität in Zeiten der Studienstrukturreformen

Vortrag Dr. Petra Lucht, Technische Universität Berlin – Zusammenfassung

von Heidi Degethoff de Campos, Technische Universität Berlin
29. Seminar der Frauen in Hochschule und Forschung am 12. November 2005 in Erkner


Petra Lucht hat Physik studiert und mit einem Diplom abgeschlossen. Ihre Dissertation hat sie in Soziologie abgelegt, indem sie die Fachkultur der Physik auf der Grundlage einer empirischen Befragung von Doktorandinnen und Doktoranden einer amerikanischen Eliteuniversität untersucht hat. Dabei kam sie zu folgenden Erkenntnissen:

  • Fachkulturen wirken entweder als Einschluss- oder als Ausschlussmechanismen, auch und insbesondere auf die Geschlechter bezogen.
  • Bestimmte Aspekte der sozialen Situation von DoktorandInnen innerhalb des Wissenschaftsbetriebes können plausibel werden, wenn die Graduierten-Ausbildung als Lehre aufgefasst.
  • Die Ausbildungsstruktur funktioniert in diesem Sinne als Sozialstruktur.
  • Weil Wissen im Rahmen von Forschungsprojekten gelehrt und gelernt wird, stellen sich innerhalb des sozial relativ informell gestalteten Ausbildungsvertrages persönliche Beziehungen her, die für die DoktorandInnen sehr wichtig sind.
  • Aus diesen persönlichen Beziehungen lassen sich soziokulturelle Genealogien ableiten.
  • Bei der Untersuchung dieser Strukturen stellt Petra Lucht eine große Ähnlichkeit mit den mittelalterlichen Zünften fest.
  • Das heißt, Fachkulturen können als soziale Konstruktion entlarvt werden.
  • Zu fragen ist: Wie können diejenigen, die drinnen sind, sich dazu entschliessen, die anderen (z.B. Frauen) aufzunehmen.

Literatur

Petra Lucht: Zur Herstellung epistemischer Autorität – Die Konstruktion des Wissenschaftsverständnisses der Physik von DoktorandInnen einer renomierten Universität in den USA, Centaurus Verlag 2004

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