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08.09.2006

Bildungsmonitor 2006: erhebliche methodische Schwächen

Mit der neuen Studie Bildungsmonitor 2006 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft setzt diese die 2004 begonnene Tradition fort. Der Bildungsmonitor basiert auf einer Fülle von – teils sinnvollen, teils fragwürdigen – Indikatoren und erzielt jährlich mit einem Ranking der Bildungspolitik in den Bundesländern öffentliche Aufmerksamkeit.

Strahlender Sieger ist danach Sachsen, Bayern ist zurückgefallen und NRW landet auf dem letzten Platz. Kritik am Bildungssystem wird freilich nur sehr verhalten geäußert. Die Botschaft geht eher in die Richtung: Ihr seid auf dem richtigen Weg, ihr müsst euch nur mehr anstrengen.
Die Studie hat erhebliche methodische Schwächen und behauptet in pseudowissenschaftlicher Art, die Frage eines guten Bildungssystems empirisch fundiert zu beantworten. Die Gewichtung der Indikatoren wird weder erläutert noch begründet. Bis auf einige wenige Indikatoren haben alle dasselbe Gewicht, gleichgültig ob es sich etwa um die Klassenwiederholungen oder die Absolventenquote handelt. Ein Indikator wie der vorgezogene Schuleintritt wird positiv bewertet, obwohl in der Wissenschaft gerade eine heftige Kontroverse stattfindet, wie sinnvoll ein Schulbeginn mit 5 Jahren ist. Zur Erinnerung: In Finnland und Schweden erfolgt der Schuleintritt mit sieben Jahren. Schließlich fehlen Indikatoren, die auf den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsergebnissen eingehen. Unbeachtet bleiben auch äußere Faktoren wie die Wirtschaftskraft oder die Migrationspolitik eines Landes.
Marianne Demmer

Links

Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM):
// Bildungsmonitor 2006

 

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