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31.05.2011

Ausbildung im Schnelldurchlauf

Nach der Schulzeit- droht jungen Menschen in Deutschland nun auch noch die Lehrzeitverkürzung: Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) will das Bundeswirtschaftsministerium neue oder überarbeitete Ausbildungsberufe nur noch mit einer maximalen Ausbildungsdauer von drei Jahren zulassen.

Rund 20 Prozent aller Berufsausbildungen dauern aufgrund komplexer Sachverhalte - vor allem im technischen Bereich - derzeit länger als drei Jahre. Für das Bundeswirtschaftsministerium offenbar zu lange.

Laut SZ will das Ministerium unter Hinweis auf den Fachkräftemangel und den Trend zu ebenfalls verkürzten Schul- und Studienzeiten längere Ausbildungszeiten nur noch "nach einer ausreichenden Begründung als Ausnahme akzeptieren":

Weitreichende Folgen befürchten Gewerkschaften - und auch Arbeitgeber - vor allem für Hauptschüler. Diese hätten es ohnehin schwer, in attraktiven, technisch orientierten Berufen eine Lehrstelle zu finden. Durch die kürzeren Ausbildungszeiten bleibe ihnen weniger Zeit, Grundlagenwissen aufzuholen und Fachwissen zu vertiefen.

Stephanie Odenwald, Leiterin des GEW-Organisationsbereichs Berufliche Bildung und Weiterbildung, erklärte, die dreieinhalbjährige Dauer von etwa einem Fünftel der Ausbildungsberufe sei durch den Umfang und die Höhe der Anforderungen in diesen Berufen bedingt. "Wenn das halbe Jahr gestrichen wird und dadurch ein erhöhtes Lerntempo oder verdichtete Lerninhalte die Folgen sind, können gerade schwächere Auszubildende auf der Strecke bleiben", so Odenwald. Auszubildende mit Abitur hätten ohnehin die Möglichkeit, auf Antrag die Ausbildungsdauer zu verkürzen.

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Süddeutsche Zeitung, 31.05.2011
// Schneller, härter, ungerechter

 

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